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Kurzbahn-Europameisterschaft 2014

[16. Dezember 2013, 8:38 | Kein Kommentar] by

Volksstimme vom 13.12.2013
Silber mit Rekord – “Franziska war einfach klasse”
Bernd Berkhahn hatte nichts zu mäkeln am Donnerstagabend, nicht nach dem finalen und grandiosen Rennen seines Schützlings, das er in Magdeburg am Fernseher verfolgte. Hunderte Kilometer weiter in Herning (Dänemark) schwamm Franziska Hentke vom SCM kraftvoll und konsequent durch das Hallenbecken – und hatte beim Anschlag neben der Silbermedaille bei der Kurzbahn-Europameisterschaft über die 200 Meter Schmetterling auch gleich ihren eigenen deutschen Rekord um fast eine Sekunde unterboten. In 2:03,47 Minuten schlug sie mit 1,95 Sekunden Rückstand auf die Spanierin Mireia Belmonte (mit neuem Europarekord) an. “Einfach geil”, lautete Hentkes kurzer Kommentar zu ihrem Erfolg, bevor sie zum Abendbrot und zur Teambesprechung entschwand.

“Silber geholt, Rekord geholt – Franziska war einfach klasse”, lobte Berkhahn. “Jetzt kann sie die EM genießen”, blickte der Coach auf ihre weiteren Starts über die 100 Meter Schmetterling und 400 Meter Lagen voraus. Neben Hentke greift am Wochenende auch Johanna Friedrich vom SCM über 200 und 400 Meter Freistil in den Wettbewerb ein.

Der Tag hatte dabei alles andere als medaillenversprechend begonnen. Eine 2:07,29 Minuten im Vorlauf – “darüber haben wir uns beide geärgert”, berichtete Berkhahn, der mit der 24-Jährigen vor dem Finale noch telefoniert hatte. Besprochen hatten sie dann: “Sie sollte das Rennen nicht zu vorsichtig angehen, sondern es einfach laufen lassen.” Und Hentke zog durch: Nach 100 Metern war sie bereits Zweite, und diesen Platz verteidigte sie “mit einer sehr guten Geschwindigkeit in den Tauchphasen”, erklärte Berkhahn, und mit großem Kampf gegen Jemma Lowe (Großbritannien), die mit 1,04 Sekunden Rückstand auf Hentke als Dritte anschlug. “Franziska kann wirklich stolz auf sich sein”, jubelte Berkhahn.

Die Silbermedaille von Franziska Hentke reihte sich in einen überaus erfolgreichen Auftakttag für den Deutschen Schwimmverband (DSV) ein. Bei insgesamt vier Medaillen sorgte Philip Heintz mit dem Titel über 200 Meter Lagen für einen weiteren Paukenschlag. Bronze gewannen zudem Christian Diener (200 Meter Rücken) und die 4×50-Meter-Lagenstaffel der Herren.

Volksstimme vom 11.12.2013
Bestzeiten sind das Ziel, Medaille ist die Hoffnung

Johanna Friedrich
Foto: Volksstimme MD

Johanna Friedrich hat sich auf ein paar Tage Spaß und Genuss vorbereitet. Bei ihren ersten Europameisterschaften bei den “Großen” erwartet sie von sich keine Medaille, nicht mal den Einzug in ein A-Finale. “Aber neue Bestzeiten”, betont sie, “sind natürlich das Ziel.”
Über 200 und 400 Meter Freistil tritt die 18-Jährige vom SCM am Wochenende bei der Kurzbahn-EM in Herning (Dänemark) an. Bereits am Donnerstag greift ihre Teamgefährtin Franziska Hentke in ihrer Paradedisziplin, den 200 Metern Schmetterling, in den Medaillenkampf ein. Die 24-Jährige misst sich zudem über 100 Meter Schmetterling und 400 Meter Lagen mit der kontinentalen Konkurrenz.
SCM-Trainer Bernd Berkhahn hat seine Damen am Dienstag um 9.01 Uhr in den Zug nach Hamburg gesetzt, mit freundlichen Worten und persönlichen Trainingsplänen, “damit sie sich gut vorbereiten können”, erklärt der Coach. Von Hamburg aus ging es mit dem Reisebus des Deutschen Schwimmverbandes nach Herning weiter.
Intensiv vorbereitet haben sie sich auch in den vergangenen Tagen. “Wir haben geschaut, wie Johanna ihre Renneinteilung optimieren kann”, sagt Berkhahn zur Arbeit mit Friedrich. Bei ihrem dritten Platz über die 400 Meter bei den nationalen Titelkämpfen in Wuppertal “ist sie zu progressiv geschwommen, war zu langsam zu Beginn und musste hinten raus immer schneller werden – das geht noch besser”, weiß der Trainer. Und sowohl bei Friedrich als auch bei Hentke “haben wir außerdem an der Technik gefeilt: speziell an Start und Wende”. Der Eindruck des 42-Jährigen ist positiv: “Beide sind besser drauf als vor den deutschen Meisterschaften.”

Franziska Hentke
Foto: Volksstimme MD

Franziska Hentke sieht ihren Starts nicht nur deshalb gelassen entgegen. “Mittlerweile kann ich auf einige internationale Wettkämpfe zurückblicken, weshalb die Anspannung nicht mehr so groß ist”, sagt sie. Bereits 2009 hatte sie Bronze bei der EM in Istanbul gewonnen. Die positive Anspannung wird dennoch kommen – spätestens, wenn sie auf dem Startblock steht. Hoffnung auf eine Medaille über die 200 Meter Schmetterling hat ihr nicht zuletzt ihr Weltcupsieg auf der Asien-Tour im November gegeben – ihr erster überhaupt. “Wenn sie solch einen Moment hat wie in Singapur”, blickt Berkhahn voraus, “ist vieles möglich.” Ansonsten gilt für den Trainer: “Ich hoffe, dass beide Bestzeiten schwimmen können.”

Friedrich freut sich jedenfalls auf “die neue Herausforderung in einer gigantischen Halle”. Sie sagt lächelnd: “Ich werde mir die Stars sehr genau anschauen.” Und genau diese Eindrücke soll sie mitbringen aus Herning, erklärt ihr Coach: “Sie soll sich orientieren an der europäischen Spitze mit Blick auf den nächsten Sommer”, wenn im August die Heim-EM in Berlin ausgetragen wird. Derweil kennt Hentke das Starensemble auf ihrer Paradestrecke ganz genau – sie selbst gehört ja längst dazu.