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Alles für die Wasserlage

[13. April 2016, 12:24 | Kein Kommentar] by

Franziska Hentke beim Gothaer Pokal 2016
Foto : Eroll Popova

Von Daniel Hübner

Magdeburg | Drei Wochen hat sie bereits hinter sich, sechs Tage werden noch folgen, in denen sich Franziska Hentke vom SC Magdeburg auf die deutschen Meisterschaften und die Olympia-Qualifikation in Berlin (5. bis 8. Mai) in der Höhe der Sierra Nevada (Spanien) vorbereitet. Während die internationale Konkurrenz ihre Rio-Teilnehmer bereits ermittelt hat, arbeitet die 26-Jährige Schwimmerin mit ihrem Trainer Bernd Berkhahn noch an der Technik. Und probiert sich an den Vorteilen ihres neuen Schwimmanzuges.

Dessen Name klingt zunächst nach höchster Technologie: Powerskin Carbon Ultra. Rein äußerlich ist festzustellen: Er ist blau. Aber die „Power is inside“, wirbt Hersteller Arena für die 479 Euro teure Kons-truktion, die die Körperneigung reduzieren, die Wasserlage verbessern und den Schwimmstil effizienter gestalten soll. Im Grunde genommen, heißt es in der Beschreibung, ist die einzige Hürde für den Athleten noch die Wasseroberfläche.

Hentke hat den Carbon Ultra (das Material beinhaltet das Dreifache an Carbon-Fasern im Vergleich zu den bisherigen Arena-Anzügen) beim Gothaer Pokal im März und im Training in der Sierra Nevada probiert: „Ich finde die Wasserlage besser“, hat sie festgestellt.

Die Wasserlage steht auch im Fokus ihres Trainings. „In den ersten zwei Wochen haben wir noch einmal viel an den Grundlagen gearbeitet“, berichtete Hentke. „Ab der dritten Woche sind die harten Intensitäten hinzugekommen.“ Es geht konkret um ihre Disziplin, die 200 Meter Schmetterling: „Wir arbeiten am Armzug, an der Zuglänge, am Start und an der Wende.“

119 Tage sind es noch bis zum Olympia-Finale in Rio de Janeiro in ihrer Paradedisziplin. Um dies zu wissen, musste Hentke keine Countdown-App auf ihrem Handy installieren. Das hat sie im Kopf, das ist ihr Ziel. Derzeit allerdings freut sie sich „auf die Rückkehr nach Magdeburg“. Wenn sie am kommenden Dienstag mit dem Flieger in Berlin landet, hat sie vier Wochen in der Sierra verbracht – auf einem einsamen Berg in 2300 Meter Höhe, den man zu Fuß über 500 Treppenstufen ins nächste Dorf verlassen kann. Trotzdem nennt Hentke das Domizil gern „mein zweites Zuhause“.

Derweil haben ihre Konkurrentinnen ihre jeweilige nationale Olympia-Qualifikation ausgeschwommen. Berkhahn, Hentke und ihre zehn Magdeburger Teamgefährten in Spanien haben das sehr genau verfolgt. Vor allem die Australier wussten zu gefallen, „die Leistungsdichte ist dort unglaublich“, stellte Trainer Berkhahn fest. Eine Dame aus Down Under hat auch die Führung in der Jahres-Weltrangliste über die 200 Meter Schmetterling übernommen: Madeline Groves schwamm in 2:05,47 Minuten direkt nach Rio. Zuvor war dies in Japan Natsumi Hoshi (2:06,32) und in Spanien Mireia Belmonte (2:06,34) gelungen, die der 21-jährigen Australierin im Ranking folgen. 2015 stand dort Franziska Hentke an der Spitze: mit dem deutschen Rekord von 2:05,26 Minuten.

Quelle : volksstimme.de