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Friedrich: „Aufgeben ist keine Option“

[15. Mai 2016, 19:36 | Kein Kommentar] by

Johanna Friedrich
Foto : Jo Kleindl

Von Daniel Hübner

Magdeburg | Sie saß kauernd in einer Ecke im Berliner Europa-Sportpark. Ihre Tränen hätten gereicht, um ein zweites 50-Meter-Becken zu füllen. Zweimal versuchte sich Trainer Bernd Berkhahn darin, seinem Schützling Trost zu spenden. Aber Johanna Friedrich ließ diese Nähe am Abend des vergangenen Sonntags zunächst nicht zu.

Olympische Spiele, hatte die 21-Jährige vom SCM vor den deutschen Meisterschaften erklärt, sind für Sportler das schönste Geschenk. Hinsichtlich einer Einzelnorm ist sie bei der Verteilung der Präsente leer ausgegangen. „Ich habe es verrissen“, sagte sie am Tag danach am Telefon.

Norm knapp verpasst

Während man Johanna Friedrich früher in den Rennanzug helfen musste, um ihr die Nervosität zu nehmen, präsentierte sie sich bei den nationalen Titelkämpfen locker und leicht vor dem Gang auf den Startblock und schwamm sowohl über 400 als auch über 200 Meter Freistil ein phänomenales Rennen, bestätigte ihr Trainer – bis zur letzten Bahn. „Dann dachte ich, die Sache ist geritzt“, beschrieb Friedrich ihr Gefühl. Diese Selbstsicherheit wurde ihr zum Verhängnis. Sie verpasste jeweils die Norm: als Zweite über 400, als Sechste über 200 Meter Freistil.

Es nützte auch kein geteiltes Leid mit der ebenso enttäuschten Aliena Schmidtke, die das Finale über die 100 Meter Schmetterling als Zweite mit 22 Hunderstelsekunden über der Norm beendet hatte. Die 23-Jährige hatte 75 Meter lang den Turbo gezündet, bevor der Körper in den zweiten Gang zurücksprang. Schmidtke ist derzeit wieder in Columbus (USA) vorerst zurückkehren und ihr Studium der Molekular-Genetik beenden.

Trainer ist entspannt

Beendet ist der Kampf um Rio für Friedrich dagegen noch lange nicht. „Die Karten werden neu gemischt“, hat Berkhahn seinem Schützling zur Chance auf einen Olympia-Einsatz in der 4×200-Meter-Staffel gesagt. Der Trainer erklärte dazu außerdem: „Ich bin da relativ entspannt.“ Und Friedrich betonte: „Aufgeben ist keine Option.“

Sie steht bereits auf der Liste der Olympiakandidaten des Deutschen Schwimmverbandes (DSV). Dennoch muss sie idealerweise in die Top Vier der deutschen Rangliste über 200 Meter Freistil vordringen, um sich ihren Einsatz in Rio zu sichern. Derzeit ist sie mit 1:59,26 Minuten Fünfte. Sie weiß selbst am besten: „Ich kann eine 1:58 Minuten schwimmen.“ Das muss sie nun bei den German Open vom 5. bis 8. Juli in Berlin bestätigen.

Quelle : volksstimme.de

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