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Gefahr namens Wellbrock

[4. Mai 2016, 22:55 | Kein Kommentar] by

Florian Wellbrock
Foto : Eroll Popova

Von Daniel Hübner

Magdeburg | Schwimmer, die große Vorfreude auf die wichtigste Entscheidung des Jahres verspüren, sind immer gefährlich. Und so gesehen, ist Florian Wellbrock gerade der gefährlichste Mann für die 1500 Meter Freistil bei den am Donnerstag beginnenden Deutschen Meisterschaften im Berliner Europa-Sportpark. „Ich fühle mich von Tag zu Tag besser. Ich habe Bock auf Donnerstag“, sagte Wellbrock. Denn schon am Eröffnungstag wird eine Entscheidung im Titelkampf und um die Olympia-Teilnahme fallen.

Die Rio-Rechnung ist dann einfach: Wellbrock muss 15:02,37 Minuten und damit knapp 5,68 Sekunden unter seiner Bestzeit schwimmen sowie Erster oder Zweiter werden. „Wir haben zuletzt noch einige schnelle Serien absolviert beim Training. Es läuft alles nach Plan“, sagte er selbstbewusst. Der Plan ist Rio, und dafür will Wellbrock mit seinen 18 Jahren einen neuen Altersklassenrekord erreichen: Der steht seit 1989 bei 15:01,52 Minuten, aufgestellt vom Potsdamer Jörg Hoffmann, der auch den Rekord in der Elite hält mit 14:50,36 Minuten. „Den möchte ich eines Tages brechen“, erklärte Wellbrock sein nächstes Ziel.

Teamgefährte Rob Muffels traut ihm jedenfalls alles zu. „Er hat in diesem Jahr die mit Abstand beste Leistung aller Starter in Berlin abgerufen und ist immer noch in der Entwicklung“, sagte Muffels, der in Berlin ebenfalls Rio-Ambitionen hegt. Und dies nach einem schwierigen Jahr mit mehreren Infekten, mit der Niederlage beim Olympia-Ausscheid im Freiwasser in Abu Dhabi und mit einem „sehr schlechten Rennen“ beim Gothaer Pokal im März in Magdeburg. „Da musste ich auch zweimal tief durchatmen“, erklärte Muffels.

„Aber ich bin in den vergangenen Wochen gesund durchgekommen, habe im Training teilweise Rekorde erreicht. Und ich will zeigen, dass ich eine Bestzeit schwimmen kann.“ Derzeit steht sie bei 15:18,82 Minuten. Aber den wohl größten Vorteil hat der 21-Jährige im mentalen Bereich: „Ich habe nichts zu verlieren.“

Quelle : volksstimme.de