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Der Schmerz sitzt tief

[11. August 2015, 22:17 | Kein Kommentar] by

Johanna Friedrich
Foto : dpa

Wer gegen Katie Ledecky antritt, schwimmt bei einer Weltmeisterschaft. Das ist zunächst ein Segen für eine Athletin wie Johanna Friedrich vom SC Magdeburg, die sich nach der Teilnahme an solch einem Höhepunkt sehnt. Es kann aber auch ein Fluch sein, wenn eine Ledecky, die es als erste vierfache Freistil-Weltmeisterin in den Einzel-Wettbewerben von Kasan (Russland) in die WM-Historie geschafft hat, ein paar Bahnen weiter im selben Vorlauf startet und plötzlich nur noch aus der Ferne zu erkennen ist. So war es Friedrich über die 400 Meter Freistil, die sie als 19. in 4:12,09 Minuten beendete, ergangen. “Zufrieden war ich damit nicht”, sagte sie zu ihrer Leistung. “Ich wollte Bestzeit, und davon war ich weit entfernt.” 2,55 Sekunden weit.

Genau darum ging es den Damen des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) in Kasan: um Bestzeiten, alles darüber hinaus war Kür. So hatte es auch Friedrich gesehen. Aber erfüllt hatte sich eine ganz andere Hoffnung: Sie sicherte als Zwölfte mit der 4×200-Meter-Staffel, zu der noch Alexandra Wenk, Annika Bruhn und Marlene Hüther gehörten, den Quotenplatz für Olympia in Rio 2016. Das war ihre WM. “Ich hatte zu hohe Erwartungen an mich, die ich nicht erfüllt habe. Der Schmerz dieser Niederlage sitzt tiefer als der Schmerz im Training.” Über ihre Staffelleistung sagte sie: “Ich bin gut geschwommen, und wenn die Wenden nicht so schlecht gewesen wären, hätte ich 1:58 Minuten erreicht.” Friedrich absolvierte ihre 200 Meter in 1:59,61 Minuten, sie blieb auch damit 63 Hunderstelsekunden über Bestzeit.

Die WM hat nun gezeigt, dass “wir wieder näher an die Weltspitze gekommen sind”, stellte Bundestrainer Henning Lambertz nach 29 Top-16-Plätzen und drei Medaillen klar. Eine WM ist aber gerade für Debütanten wie Friedrich oft genug ein Lehrstück. Ihr Ausblick: “Jetzt werde ich so hart an mir arbeiten, wie ich es noch nie getan habe. Ich will nächstes Jahr nach Rio, und dafür werde ich alles aus mir rausholen.” Die Normzeiten, die sie bei den deutschen Meisterschaften 2016 erzielen muss, stehen auch für sie fest. Über 200 Meter sind es 1:57,79 (Finale) und 1:59,35 Minuten (Vorlauf), über 400 Meter 4:09,21 und 4:13,43. Das kann sie schaffen, wenn sie an ihrem neuen Motto festhält: “Hard work always plays off.” Harte Arbeit zahlt sich immer aus.

von Daniel Hübner
Quelle : volksstimme.de

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