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Goldener Auftakt für SC Magdeburg

[6. Mai 2016, 18:26 | Kein Kommentar] by

Florian Wellbrock
Foto : Rainer Jensen/dpa

Von Daniel Hübner

Berlin | Florian Wellbrock hatte den Bundestrainer schon vor den deutschen Meisterschaften überrascht, wenngleich sich die Entwicklung des 18-Jährigen „angedeutet hatte, weil er in einer Gruppe von Langstrecken-Schwimmern trainiert“, sagte Henning Lambertz. Doch dass Wellbrock vom SC Magdeburg am Donnerstag über die 1500 Meter Freistil auch den Titel in Olympianorm gewann, mit 14:55,49 Minuten den 27 Jahre alten Altersklassenrekord von Jörg Hoffmann (Potsdam) brach und die zweitschnellste, jemals von einem Deutschen geschwommene Zeit erzielte – das dürfte den Chefcoach des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) sehr verblüfft haben.

Und als wäre das nicht groß genug gewesen, zog Franziska Hentke über die 400 Meter Lagen mit Gold und Olympia-Norm gleich nach – was für ein Auftakttag für den SCM im Berliner Europa-Sportpark.

Wellbrock lieferte ein unheimlich cooles Rennen ab. Lang der Armzug, ruhig die Beinarbeit: Während Ruwen Straub (Würzburg) die ersten 500 Meter fröhlich nach vorne preschte, arbeitete sich Wellbrock Meter für Meter an die Spitze. „Das war die Taktik, die ersten 500 Meter ruhig anzugehen“, sagte der 18-Jährige, der vor dem Rennen allerdings gar nicht so ruhig gewesen war: „Ich war sehr, sehr aufgeregt.“

Mama, Papa, Oma und Opa saßen auf der Tribüne und drückten dem Wellbrock-Filius die Daumen. „Ich muss das alles erst sacken lassen“, meinte der neue Meister nach der Siegerehrung und schnaufte kurz durch. Wellbrock muss seine Leistung in der zweiten Qualifikation bei den German Open im Juli noch einmal bestätigen: Mit 15:15,91 Minuten dort ist er in Rio endgültig dabei.

Der Rio-Traum wird sich nach einem schwierigen Jahr mit gesundheitlichen und sportlichen Rückschlägen für Rob Muffels nicht mehr erfüllen. In 15:41,38 Minuten belegte der 21-Jährige den achten Platz, 39 Sekunden über der Norm. In neuer Bestzeit von 15:28,43 Minuten schwamm Marcus Herwig auf Rang sieben.

Franziska Hentke muss sich derweil über die 400 Meter Lagen nicht noch einmal beweisen: Als Mitglied des DSV-Elitekaders ist sie von einem Start bei den German Open in Berlin befreit. In neuer Bestzeit von 4:38,56 Minuten sprengte sie alle Erwartungen, unterbot die Norm um vier Zehntelsekunden. Finnia Wunram erreichte indes Rang sechs in 4:48,03 Minuten. „Ich hatte die Strecke gar nicht auf dem Schirm“, erklärte Hentke nach der Übergabe ihres insgesamt 19. Meisterschaftsgolds. Und sofort folgte eine Brandrede auf ihre Trainingsgruppe unter Bernd Berkhahn: „Das ist so geil, wie fleißig da gearbeitet wurde und wie alle wollen. Und Florian hat einen zusätzlichen Schub gegeben.“

Hentke hatte für die Meisterschaft eigentlich ganz andere Pläne. Ihr Ziel ist nach wie vor die Rio-Norm über 100 und 200 Meter Schmetterling. Ob sie bei den Sommerspielen über die Lagen-Distanz überhaupt starten möchte, „werde ich mit ein wenig Abstand entscheiden“, so die 26-Jährige: „Im internationalen Vergleich habe ich mit der Zeit eigentlich keine Chance auf das Olympia-Finale.“

Quelle : volksstimme.de

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