Anna Maria sprintet zum Pokalsieg

Anna Maria Börstler Foto: Eroll Popova

Von Daniel Hübner

Magdeburg | Alexandra Wenk erlebte im Jahr 2009 eine kleine Sternstunde ihrer jungen Karriere, damals stellte sie in Tampere (Finnland) einen deutschen Rekord auf. Für 14-Jährige nämlich und über 100 Meter Rücken. 1:02,01 Minuten ist seither der Maßstab für die nachfolgenden Generationen. Auch für Anna Maria Börstler vom SC Magdeburg.

Die Schwimmerin aus der Trainingsgruppe von Thomas Ackenhausen hat sich eine derart schnelle Zeit für die nächsten Monate noch nicht vorgenommen. Sie will 1:04 oder gar 1:03 Minuten erzielen, was in Anbetracht ihrer aktuellen Bestzeit (1:05,58), die sie beim 15. Wettbewerb um den Pokal der Landeshauptstadt am Sonnabend erzielte, bereits eine große Herausforderung ist.

Eine andere Herausforderung hat sie in der heimischen Elbehalle über 50 Meter Rücken gemeistert: Mit 29,81 Sekunden gewann sie wiederum den Pokal im Jahrgang 2006. Zum zweiten Mal in Folge wurde ihr die Trophäe überreicht. „Dass ich zu diesem Zeitpunkt so schnell bin“, sagte die 13-Jährige, „damit habe ich nicht gerechnet. Aber natürlich ist das sehr schön.“

Den zweiten Rekord in ihrer Altersklasse stellte sie zudem über 50 Meter Schmetterling (27,32) auf, womit spätestens jetzt klar ist: Anna Maria ist eine absolute Sprinterin im Becken. „Seit eineinhalb Jahren ist sie bei mir“, berichtete Ackenhausen. „Die Grundlagen haben ihr die Kollegen vom SC Hellas Burg und dann Dagmar Hase mitgegeben. Sie hat große Fähigkeiten im Sprint, weil sie sehr schnellkräftig ist.“

Start, Wenden, Beinarbeit benennt sein Schützling selbst als ihre Stärken, „die aber immer noch verbesserungswürdig sind“, sagt die deutsche Jahrgangsmeisterin in diesem Jahr über 100 Meter Rücken und 50 Meter Schmetterling. Und Ausdauer? Das ist nicht unbedingt ihre Sache. Wenngleich diese schon weitaus besser geworden ist. „Wir mussten bei ihr erst Überzeugungsarbeit leisten, dass Schwimmen eine Ausdauer-Sportart ist“, erklärte Ackenhausen mit verschmitztem Lächeln.

Anna Maria sammelt entsprechend Kilometer – fünf an der Zahl pro Trainingseinheit. Die sind womöglich auch gut gegen ihr starkes Belastungsasthma. Wenn die Belastung nämlich zu hoch, der Stress zu groß ist, „dann atme ich schwerer und mir wird etwas schwindelig“, erklärte sie die Symptome. So geschehen bei bei der Jahrgangsmeisterschaft in Berlin, als im Finale über 50 Meter Rücken die Starthilfe nicht funktionierte, sich eine Stresssituation aufbaute. Dennoch schwamm Anna Maria letztlich zum dritten Platz.

Ackenhausen wünscht sich von der leidenschaftlichen „Leseratte“, deren Vater aus der Leichtathletik und Mutter aus dem Handball kommen, „dass sie am Ende des nächsten Jahres solide Leistungen über eine olympische Disziplin abliefert und wenigstens einen Meistertitel gewonnen hat“, erklärte der Coach.

Und Anna Maria wünscht sich, eines Tages bei den Olympischen Spielen dabei zu sein, vielleicht schon 2024 in Paris, dann ist sie 18 Jahre jung. Den nationalen Rekord in dieser Altersklasse und über 100 Meter Rücken hält seit 2017 Maxine Wolters mit 1:01,24 Minuten.

Quelle: volksstimme.de